Ausstellung und Veranstaltungsreihe zusammen mit dem Baukulturhaus Winterthur und dem BSA ZAGG. Wie könnte eine Stadt aussehen, die nur noch die Hälfte ihrer heutigen Fläche beansprucht? Das Forum Raumordnung Schweiz hat für die Aargauer Gemeinde Suhr ein Pilotprojekt entwickelt, das bewusst nicht mit den Methoden der klassischen Raumplanung arbeitet und sich als Denkanstoss auch auf andere Gemeinden und Städte übertragen lässt. Statt Nutzungsziffern, Zonenplänen und Bauvorschriften stehen Imagination und Improvisation im Zentrum: An einem Stadtmodell im Massstab 1:500 entstanden unterschiedliche «Habitate» – mit öffentlichen Räumen, Infrastrukturen, Gebäuden, Rückzugsorten und Lebensvorstellungen. Ihre Merkmale wurden nicht in Vorschriften, sondern in einer offenen Notation festgehalten – vergleichbar einer Partitur, die von künftig Handelnden immer wieder neu interpretiert, kritisiert und weiterentwickelt wird.
Am 23.09. steht Infrastruktur als Gemeingut im Zentrum: Am Beispiel von Abwasser, dezentral als Ressource statt als Entsorgungsproblem verstanden, geht es um Wasser, Wärme und Nährstoffe als gemeinschaftlich getragene Güter – und um neue Formen gegenseitiger Fürsorge.
Die Ausstellung zeigt Modelle, Pläne und Materialien aus dem Projekt und stellt das gängige Planungsparadigma selbst zur Diskussion.
Programm
18.00–19.00 Uhr, öffentliche Führung
19.30–21.30 Uhr «Gemeingut Infrastruktur –Alles was es braucht zum Leben vor Ort»
Gespräch
Moderiert von Daniel Schläppi, Historiker, Adrian Sigrist, Experte für Siedlungsentwässerung, Oliver Streiff, Architekt und Jurist, Forum Raumordnung